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Lilienschutz
Das Vollinsekt (Imago) benötigt vergleichsweise wenig Nahrung, daher toleriere ich die Käfer. Die Larven, die sich mit einer dicken Schicht ihres eigenen Kotes tarnen, verursachen schon in geringer Stückzahl und kurzer Zeit Kahlfraß. Ich kontrolliere meine Pflanzen regelmäßig und entferne die Gelege, mehrtägige Pausen rächen sich sofort. Außerdem soll das Einstauben mit Spruzit oder Gesteinsmehl helfen, ersteres habe ich noch nicht probiert. Zur zweiten Möglichkeit schreibe ich am Ende etwas. Ein weiterer ungetesteter Tip ist das Einsprühen mit einem Extrakt aus Rainfarn- oder Wermut-Tee, sowie bei starkem Befall eine Lösung aus Schmierseife und Spiritus. (Quelle ist Marie-Luise Kreuter - Pflanzenschutz im Biogarten.) Manchmal scheint ein Ablenkungsmanöver zu helfen: Fritillarien pflanzen. Sie sollen Lilienhähnchen besonders anziehen und vertrocknen, bevor die Larven alt genug zur Verpuppung sind. Versucht loht, denke ich. Bei mir klappt das leider nicht, schon weil Fritillarien in meiner Sandbüchse nicht gedeihen. Die Lilien mit 1% Neemöl zu begießen und Neemschrot in die Erde einzuarbeiten soll hervorragend funktionieren - wobei es in der letzten Zeit an der Unbedenklichkeit von Neem Zweifel gibt. Außerdem wird oft schlecht gelagertes Neem verkauft. Es wird innerhalb kürzester Zeit wirkungslos, wenn es Feuchtigkeit/Wasser und Licht ausgesetzt wird - beides ist zur Anwendung aber erforderlich. Dieses Paradoxon kann ich nicht auflösen, und deshalb werde ich das Mittel bestimmt nicht einsetzen. (Die Tips stammen aus einem Gartenforum. Da gleichzeitig mit der Sachdiskussion eine frucht- und sinnlose Grundsatzdiskussion über das Töten von Tieren stattfand, verlinke ich ihn hier nicht als Quelle.) Das Einstauben vor allem der Unterseite der Blätter mit Gesteinsmehl (Urgesteinsmehl, feingemahlener Basalt) hilft tatsächlich. Die Käfer werden nicht vertrieben, aber deutlich reduziert (ca. 90%). Das Gesteinsmehl sollte ein Markenprodukt sein, weil diese besonders fein gemahlen sind. Zum Aufbringen gibt es verschiedene Techniken. Früher habe ich es einfach aus der hohlen Hand geblasen, mit steigender Anzahl der Lilien im Garten bin ich auf eine doppelte Lage Probierstrümpfe aus dem Schuhgeschäft umgestiegen. Ich fülle sie mit dem Pulver und zerstäube es klopfend, es muß besonders auf der Blattunterseite haften. Diese Behandlung muß nach jedem Regen wiederholt werden. Dabei empfiehlt es sich, auf irritierte Anmerkungen der Nachbarn vorbereitet zu sein ;-). Abschreckende Maßnahmen gegen Lilienhähnchen gibt es wohl nicht, denn sie fliegen immer wieder zu. So bleibt nur, bei akutem Befall abzusammeln, damit die nächsten Generationen weniger zahlreich aus der Erde krabbeln. |
Quellen und mehr (Externe Links, siehe Haftungsausschluß)[1] Insektenbox
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(07/2005) · |