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Nashornkäfer stammen ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und gelangten möglicherweise mit zum Gerben bestimmter Eichenrinde im Mittelalter nach Norden, sie kommen heute ebenfalls in Nordafrika und Teilen Asiens vor und bevorzugen lichte Laub- bzw. Eichenwälder. Vom Ei bis zum fertigen Käfer dauert es zwischen einem und 5 Jahren - in Komposthaufen geschieht das wegen der Wärme sehr schnell, in einem lichten Laubwald dauert es länger. Das Weibchen legt etwa 5 mm große Eier einzeln in Höhlingen im Totholz, Laubhaufen, Komposthaufen oder Sägewerksabfälle. Daraus entwickeln sich Larven (Engerlinge), die bis zu 12 cm groß sind. Ihr Darm enthält einen reiche Bakterienflora, die das Verdauen von Zellulose erlaubt. Lebende Pflanzenteile fressen sie nicht. Der Puppenkokon ist hühnereigroß und aus Totholz, Sägespäne, Sekret etc. gebaut. Die Imagines leben nur wenige Wochen, meistens im Frühsommer und Sommer und sind in der Dämmerung aktiv. Sie benötigen nur geringe Mengen Nahrung, vermutlich leben sie von Eichensaft. |
Dem Tier fehlten ein Teil des rechten Hinterbeines, außerdem war der linke Flügel geknickt und schaute unter der Flügeldecke hervor. Es bewegte sich unsicher und versuchte, Bodenunebenheiten zu vermeiden. Ungewöhnlich ist die Tageszeit des Fundes: Später Vormittag statt früher Morgen oder später Abend. Das Tier bevorzugte eindeutig den von der Sonne aufgewärmten, gepflasterten Gartenweg. Während ich die Akkus meiner Kamera wechselte, war es plötzlich verschwunden. Da Nashornkäfer zäh und robust sind, ist das wahrscheinlich ein gutes Zeichen.
Spekulationen zur Verletzung: Vieleicht wurde die Nashornkäfer-Dame von der Kompoststonne und dem Laub und Holz in diesem Gartenteil zur Eiablage angezogen und hat sich beim Versuch verletzt, durch die Lüftungsschlitze des Komposters zu krabbeln. Das Tier tauchte am 5. Juli wieder auf, diesmal vor dem Haus auf einem Fußweg am späten Abend. Vom verletzten Flügel war nichts mehr zu sehen, aber es war immer noch hinkend zu Fuß unterwegs. Das verletzte Bein war schwarz bis zum Ansatz unter dem Bauch und bewegte sich nicht mehr. Zwischen diesen beiden Beobachtungen sah und hörte meinen Mann einen "Brummer" in Richtung der Komposttonne fliegen, der durchaus ein Nashornkäfer gewesen sein könnte. Vielleicht bekommen wir diese großen Käfer nun häufiger zu sehen? |
Quellen und mehr |
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(07/2002) · |